Strompreisentwicklung in Deutschland

Die Strompreisentwicklung seit 1998 bis 2012 zeigt einen stetigen Trend der Preiserhöhung bei den Strompreisen. Beim Index der Strompreisentwicklung beginnt der Index mit dem Wert 100 im Jahre 1998. Im Jahre 2012 befindet sich der Indexwert der Strompreisentwicklung bei 150.

Im Jahre 1998 erfolgte die Liberalisierung des Strommarktes, dies führte zunächst zu einer Senkung der Strompreise durch den neuen Wettbewerb im Strommarkt. Durch die Liberalisierung soll die Preissteigerung bei den Strompreisen eingedämmt werden. Dazu kann jeder Bürger für seinen Haushalt den Stromanbieter frei wählen und zu einem anderen Stromanbieter wechseln, der einen besseren Stromtarif anbietet. Der Wechsel auf einen anderen Stromtarif ist grundsätzlich kostenlos.

Im Jahre 2009 haben jedoch gerade mal 5,3% der Bürger den Stromanbieter gewechselt trotz umfangreicher Informationen über die Medien wie Zeitungen, Fernsehen und Rundfunk sowie durch den Aufruf durch die Bundeswirtschaftsminister zum Vergleich und Wechsel des Stromtarifes.

Der Stromvergleich zeigt wie schnell man einen günstigeren Stromtarif findet und bei diesem kann man kostenlos den Wechsel durchführen. Mehr Wechsel der Bürger auf einen billigeren Stromtarif kurbelt den Wettbewerb bei den Stromanbietern an und kann dafür sorgen, dass die Strompreise zukünftig nicht mehr so stark steigen. Die Strompreisentwicklung kann verändert werden durch eine aktivere Wechselbereitschaft der Bürger beim Strom für den privaten Haushalt.

Strompreisentwicklung von 1998 bis 2012

Bei den gewerblichen Kunden ist der Wechsel des Stromanbieters deutlich aktiver gegenüber den privaten Haushalten. Im Jahr 2009 haben rund 12,5% der Großkunden den Stromanbieter gewechselt um bei den Stromkosten zu sparen.

Allein im Zeitraum der Jahre 2000 bis 2007 ist der Strompreis um 50 Prozent gestiegen. Die Stromanbieter nutzen die Bequemlichkeit der Verbraucher mit einer geringen Wechselquote für fortlaufende Preiserhöhungen beim Strompreis. Treue zahlt sich in diesem Fall nicht aus. Gerade Kunden die länger im gleichen Tarif sind und noch nie gewechselt sind bezahlen in Deutschland oft die teuersten Strompreise.

In Deutschland gibt es über 1.000 Stromanbieter die eigenständige Stromtarife anbieten. Allerdings wird der Strom in Deutschland zu 80 Prozent von nur 4 Konzernen produziert, die ihre Gewinne enorm vervielfacht haben. Dies hemmt den Wettbewerb und führt ebenso zu weiter steigenden Strompreisen. Allerdings sinkt der Marktanteil bei privaten Haushalten der vier großen Energiekonzerne von 50,1 Prozent im Jahr 2008 auf 43,8 Prozent im Jahr 2010.

Auch die Energiewende bringt neuen Wettbewerb in den Strommarkt. Kleinere Stromhersteller produzieren Strom aus erneuerbaren Energien und erweitern so den Wettbewerb im Strommarkt. Allerdings sind derzeit noch viele kleinere Stromanbieter oft nur regional buchbar. Zukünftig sorgt dies jedoch dafür, dass der Anteil der 4 großen Energiekonzerne bei der Stromproduktion sinkt, dies ist allerdings ein langsamer Prozess.

Ein stärkeres Gewicht beim Wettbewerb der Stromanbieter ist daher der aktive Wechsel auf einen billigeren Strompreis durch die Bürger. Zum einen spart ein privater Haushalt in vielen Fällen rund 20 Prozent bei den Stromkosten, zum anderen setzt der Bürger damit ein aktives Zeichen, dass weitere oligopole Preiserhöhungen nicht mehr akzeptiert werden. Allerdings setzt dies voraus, dass deutlich mehr Bürger einmal im Jahr den Stromanbieter bzw. den Stromtarif überprüfen und wechseln sollten.

Der durchschnittliche Strompreis betrug im Jahr 1998 für einen typischen 3-Personen-Haushalt mit einem Stromverbrauch von 3.500 kWh im Jahr inklusive aller Steuern und Abgaben Brutto 17,11 Cent/kWh. Dieser ist bis zum Jahr 2012 auf 25,74 Cent/kWh gestiegen. Inflationsbereinigt sind dies rund 20 Prozent Preissteigerung beim Strompreis in Deutschland.

Allerdings ist auch der Anteil für Steuern und Abgaben sowie Umlangen deutlich gestiegen. 1998 betrug der Anteil noch 24,5% im Jahr 2012 sind es bereits 45,4%. Dazu gehören die Konzessionsabgabe (2012: 1,79 Cent/kWh), die KWK-Umlage (2012: 0,002 Cent/kWh), die Stromsteuer (2012: 2,05 Cent/kWh), die EEG-Umlage (2012: 3,59 Cent/kWh), die §19-Umlage (2012: 0,15 Cent/kWh) und die Umsatzsteuer mit 4,11 Cent/kWh (2012). Die Erzeugung sowie der Transport und Vertrieb des Stromes kostet im Durchschnitt im Jahr 2012 hingegen 14,05 Cent/kWh gegenüber dem Jahr 1998 waren es 12,91 Cent/kWh.

Das bedeutet, dass die eigentliche Produktion und der Vertrieb des Stromes ist in den letzten 14 Jahren nur um 8,83 Prozent gestiegen ist. Die Strompreisentwicklung zeigt jedoch für private Haushalte hingegen eine Preissteigerung des Strompreises um über 50 Prozent.

In Deutschland beziehen 81,752 Mio Einwohner in rund 36,6 Millionen Haushalten Strom (2010). Dabei verbrauchen die privaten Haushalte insgesamt rund 140 Milliarden kWh Strom im Jahr. Beim durchschnittlichen Strompreis im Jahr 2012 von 25,74 Cent/kWh werden somit rund 36 Milliarden Euro für den Strom von den Bürgern in privaten Haushalten ausgegeben.

Der Staat nimmt dabei rund 5,75 Milliarden Euro an Umsatzsteuer ein. Die Abgaben für Konzessionsabgaben, KWK-Umlage, Stromsteuer, EEG-Umlage und §19-Umlage beträgt rund 10,61 Milliarden Euro.

Die Stromproduktion und der Vertrieb sowie die Gewinne der Stromanbieter macht rund 19,67 Milliarden Euro aus.

Im Jahr 2011 verbrauchten die privaten Haushalte rund 140 Milliarden kWh Strom, die Industrie hingegen rund 250 Milliarden kWh. Handel, Gewerbe und Dienstleistungen verbrauchten rund 123 Milliarden kWh. Der Verkehr hingegen benötigte nur 17 Milliarden kWh und die Landwirtschaft 9 Milliarden kWh. Der Stromverbrauch in Deutschland beträgt somit im Ganzen rund 539 Milliarden kWh im Jahr.

Private Haushalte verbrauchen somit rund 25,97 Prozent des Strombedarfes in Deutschland. Die Industrie benötigt rund 46,38 Prozent. Handel, Gewerbe und Dienstleistungen verbrauchen rund 22,82 Prozent des Strombedarfes in Deutschland. Die Landwirtschaft hingegen benötigt nur 1,67 Prozent. Der Verkehr (öffentliche Verkehrsmittel, Bahn, Nahverkehr, Stadtverkehr) dagegen nur rund 3,15 Prozent des jährlichen Strombedarfes in Deutschland.